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Was ist die Wissenschaft hinter der Robustheit von Notlaufeinheiten?

Jun 05, 2026

Wenn ein Standardreifen Druck verliert, wird das Fahrzeug sofort schwer oder gar nicht mehr sicher zu kontrollieren. Hier setzen schleifflächig reifen die grundlegenden physikalischen Prinzipien der Reifenentwicklung neu an. Im Gegensatz zu herkömmlichen Reifen, die unter Last sofort zusammenfallen, sobald Luft entweicht, sind Notlaufeinrichtungen mit einem strukturellen Versteifungssystem ausgelegt, das es dem Reifen ermöglicht, auch bei Null-Fülldruck das gesamte Gewicht des Fahrzeugs zu tragen. Diese Fähigkeit ist kein Zufall – sie ist das produkt ergebnis präziser Materialwissenschaft, Mechanik der Lastverteilung und fortschrittlicher Gummimischung, die gemeinsam eine der bedeutendsten Sicherheitsinnovationen im modernen Automobilbau darstellen.

run-flat tires

Das Verständnis der Wissenschaft hinter reifen mit Run-Flat erfordert, über die Gummioberfläche hinauszuschauen und zu untersuchen, was strukturell geschieht, wenn der Druck abfällt. Die Stärke von Notlaufreifen beruht auf mehrschichtigen Konstruktionsentscheidungen – von der Zusammensetzung der Seitenwand bis zur Geometrie des inneren Stützrings. Für Fuhrparkbetreiber, Militärfahrzeugingenieure und Fachleute im Automobilbeschaffungswesen ist das Verständnis dieser Prinzipien entscheidend, um fundierte Entscheidungen bezüglich Reifenspezifikation, Fahrzeugkompatibilität und langfristiger Betriebssicherheit zu treffen. Dieser Artikel erläutert die zentralen wissenschaftlichen Mechanismen, die Notlaufreifen ihre bemerkenswerte Tragfähigkeit verleihen.

Die konstruktive Auslegung der Seitenwände von Notlaufreifen

Verstärkte Seitenwandtechnologie und Lastübertragung

Das wichtigste strukturelle Merkmal, das Run-Flat-Reifen von herkömmlichen Reifen unterscheidet, ist die verstärkte Seitenwand. Bei einem Standardreifen ist die Seitenwand relativ dünn und flexibel – ihre Aufgabe besteht darin, Straßen-Vibrationen zu absorbieren und ein komfortables Fahrgefühl zu gewährleisten, wobei der Luftdruck die Hauptarbeit bei der Tragung des Fahrzeuggewichts leistet. Bei Run-Flat-Reifen wird die Seitenwand deutlich dicker und steifer gestaltet, indem mehrere Schichten hitzebeständiger Gummimischungen sowie hochfeste Verstärkungsseile – häufig aus Aramidfasern oder stahlverstärktem Polyester – eingesetzt werden.

Wenn ein Notlauffahrwerk-Reifen eine Beschädigung erleidet und Druck verliert, übernimmt diese verstärkte Seitenwand die Tragfunktion vollständig. Anstatt dass der Reifen zusammenbricht und die Felge auf der Straße schleift, fungiert die versteifte Seitenwand als strukturelle Stütze zwischen Felge und Straßenoberfläche. Die Geometrie dieser Verformung wird bereits in der Entwurfsphase sorgfältig berechnet, sodass sich die Seitenwand kontrolliert und vorhersehbar verformt und dabei die Aufstandsfläche des Reifens mit der Straße in akzeptabler Form und Größe erhält.

Dieser Lastübertragungsmechanismus beruht nicht einfach darauf, der Seitenwand zusätzliche Masse hinzuzufügen. Die Ingenieure müssen Steifigkeit und Verformungsverhalten sorgfältig abwägen: Ist die Seitenwand zu steif, überträgt der Reifen übermäßige Stoßlasten an das Fahrwerksystem des Fahrzeugs; ist sie zu flexibel, erhitzt sich die Seitenwand infolge der durch wiederholte Kompressionszyklen der Seitenwand während der Fahrt erzeugten Hystereseverluste stark und versagt rasch. Die Zusammensetzung der Laufflächenmischung moderner Notlaufreifen ist speziell darauf ausgelegt, diese thermische Belastung zu bewältigen und gleichzeitig die strukturelle Integrität über die vom Hersteller angegebene Null-Druck-Fahrstrecke hinweg zu bewahren.

Integrierte Stützring-Systeme als alternative Architektur

Ein alternativer – und zunehmend wichtiger – ingenieurtechnischer Ansatz zur Realisierung der Notlauf-Fähigkeit ist der integrierte Stützring, der gelegentlich auch als Stützkörper oder Einsatzsystem bezeichnet wird. Anstatt sich vollständig auf die äußere Seitenwand für die Lastaufnahme zu verlassen, platziert dieses Konzept einen starren oder halbstarren Ring innerhalb des rad montage, die physisch die Felge auffängt, falls der Reifen platzt. Die reifen mit Run-Flat trägerkörper-Konzeption ist insbesondere bei militärischen, polizeilichen und hochsicheren Fahrzeuganwendungen verbreitet, bei denen die Zuverlässigkeit unter ballistischen und Durchstichbedingungen absolut gewährleistet sein muss.

Der Trägerring wird typischerweise aus hochfesten Polymer-Verbundwerkstoffen oder leichten Aluminiumlegierungen hergestellt und so dimensioniert, dass er genau in den inneren Hohlraum des Reifens passt. Wenn der Reifen platzt, senkt sich die Felge ab, bis sie auf dem Trägerring aufliegt statt auf der Fahrbahn, und der Ring verteilt das Gewicht des Fahrzeugs über eine deutlich größere Kontaktfläche als es eine eingefallene Seitenwand ermöglichen würde. Diese Bauweise unterscheidet sich strukturell vom Konzept der selbsttragenden Seitenwand und bietet besondere Vorteile hinsichtlich der Reichweite beim Fahren mit Null-Druck sowie der Widerstandsfähigkeit gegenüber Sekundärschäden durch Straßenverschmutzung, die durch die Durchstichstelle eindringt.

Die Werkstoffkunde des Stützrings selbst ist eine anspruchsvolle Disziplin. Das Polymer oder die Legierung muss eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, um Wärmeverlustransfer-Schäden am Felgenrand zu vermeiden, ausreichende Druckfestigkeit besitzen, um statische und dynamische Lasten bei Betriebsgeschwindigkeiten zu tragen, sowie eine Oberflächengeometrie aufweisen, die den Verschleiß an der inneren Reifenoberfläche während des Notlaufeinsatzes minimiert. Die Ingenieure müssen zudem das akustische Verhalten des Stützrings berücksichtigen, da metallische oder steife Polymer-Einlagen, die direkt mit der Felge in Kontakt stehen, erheblichen Lärm und Vibrationen erzeugen können, die die Fahrzeugnutzbarkeit beeinträchtigen.

Werkstoffkunde und Compound-Chemie bei Notlaufreifen

Hochleistungs-Gummi-Formulierungen für Wärmebeständigkeit

Die Gummimischung, die bei Notlaufeinheiten verwendet wird, unterscheidet sich grundsätzlich von derjenigen herkömmlicher Reifen, wobei dieser Unterschied insbesondere im Seitenwandbereich am deutlichsten ist. Während des Betriebs mit Null-Druck unterliegt die Seitenwand einer Notlaufeinheit einer kontinuierlichen Verformung – bei jeder Umdrehung des Rades wird die Seitenwand komprimiert und teilweise wieder gestreckt. Diese zyklische Verformung erzeugt durch einen Vorgang namens Hysterese innere Wärme, bei dem mechanische Energie in thermische Energie innerhalb der Gummimatrix umgewandelt wird. Wird diese Wärmeentwicklung nicht kontrolliert, führt sie zur Degradation, Delaminierung oder letztlich zum katastrophalen Versagen der Gummimischung.

Um diesem entgegenzuwirken, enthalten die Gummimischungen für Notlaufreifen spezifische Zusatzstoffe, die darauf ausgelegt sind, den Hystereseverlust zu verringern und die Wärmeleitfähigkeit zu verbessern. Kieselsäurebasierte Verbindungen haben sich zunehmend durchgesetzt, da sie im Vergleich zu herkömmlichen Rußverbindungen ein besseres Gleichgewicht zwischen geringem Rollwiderstand, hoher Nasshaftung und reduzierter Wärmeentwicklung bieten. Auch das Polymergerüst des Gummis – typischerweise Styrol-Butadien-Kautschuk oder eine Mischung unter Einbeziehung von Naturkautschuk – wird hinsichtlich seines viskoelastischen Verhaltens bei erhöhten Temperaturen optimiert.

Die Wärme-Management-Fähigkeit der Verbindung bestimmt unmittelbar, wie weit und wie schnell ein Fahrzeug mit einem platten Notlaufeifen fahren kann. Die meisten selbsttragenden Notlaufeifen sind für etwa 80 Kilometer bei Geschwindigkeiten von maximal 80 Kilometern pro Stunde unter Null-Druck-Bedingungen zugelassen, wobei dieser Wert je nach Konstruktion und Anwendungsgebiet variiert. Die konsistente Erfüllung dieses Leistungsstandards stellt eine Herausforderung für das Materialengineering dar, die eine präzise Formulierungskontrolle, eine gleichbleibende Fertigungsqualität sowie umfangreiche Validierungstests unter simulierten Entlüftungsbedingungen erfordert.

Kordarchitektur und interne Gurtsicherung

Über die Gummimischung hinaus spielt die innere Kord- und Gurtaufbaustruktur von Notlauffahrzeugreifen eine entscheidende Rolle für ihre Tragfähigkeit. Standardreifen verwenden mehrere Gurtschichten – typischerweise aus Stahl – unter der Lauffläche, um die Steifigkeit der Lauffläche, die Kurvenstabilität und die Durchstichfestigkeit zu gewährleisten. Bei Notlauffahrzeugreifen sind diese Gurtschichten so konstruiert, dass sie auch bei Null-Druck-Bedingungen zur gesamten strukturellen Integrität beitragen, indem sie die Form der Lauffläche bewahren und verhindern, dass die Reifenkrone unter Last nach innen einklappt.

Die Karkassenfäden – das strukturelle Gerüst, das von Wulst zu Wulst durch die Flanke verläuft – sind ein besonders wichtiges Element bei der Konstruktion von Notlaufeinheiten. Hochmodulare Materialien wie Aramid (Kevlar-Klasse) oder hochfestes Nylon werden manchmal zusätzlich zu konventionellem Polyester eingesetzt, um die Steifigkeit der Flanke zu erhöhen und die Dehnung unter Last zu verringern. Der Winkel, unter dem diese Fäden verlegt werden, beeinflusst ebenfalls, wie sich die Flanke unter Null-Druck-Belastung verformt; dieser Fadenwinkel wird während des Reifenbauprozesses präzise gesteuert.

Die Verstärkung des Wulstbereichs ist ein weiteres technisches Detail, das Run-Flat-Reifen von herkömmlichen Reifendesigns unterscheidet. Der Wulst ist der Teil des Reifens, der sich am Felgenrand verankert; während des Betriebs bei Null-Druck unterliegen Wulst und angrenzender unterer Seitenwandbereich stark erhöhten Spannungskonzentrationen. Um ein Lösen oder Reißen des Wulsts unter diesen ungewöhnlichen Belastungsbedingungen – was sofortigen Verlust der Reifen-Felgen-Integrität zur Folge hätte – zu verhindern, werden Run-Flat-Reifen mit zusätzlichen Apex-Füllstoffen und Wulstverstärkungsschichten ausgestattet.

Lastverteilungsmechanik während des Betriebs bei Null-Druck

Verhalten und Stabilität der Aufstandsfläche bei Druckverlust

Einer der kontraintuitivsten Aspekte der Run-Flat-Reifen-Technologie ist, dass die Aufstandsfläche – also der Bereich des Reifens, der mit der Fahrbahn in Kontakt steht – bei Null-Druck nicht verschwindet. Stattdessen verändert sie ihre Form und ihre Druckverteilung auf eine Weise, die von Reifenentwicklern umfassend untersucht und modelliert wurde. Bei einem ordnungsgemäß konstruierten Run-Flat-Reifen bleibt die Aufstandsfläche nach dem Druckverlust ausreichend funktionsfähig, um Antriebs-, Brems- und Seitenkräfte innerhalb eines Bereichs zu übertragen, der es dem Fahrer ermöglicht, die grundlegende Fahrzeugkontrolle aufrechtzuerhalten und sicher zu einer Werkstatt zu gelangen.

Die Lastverteilung während des Betriebs bei Null-Druck wird stark durch die Steifigkeit der verstärkten Seitenwand oder des Stützrings beeinflusst. Ein steiferes Stützsystem erzeugt eine flachere, gleichmäßigere Aufstandsfläche, ähnlich wie bei einem aufgepumpten Reifen, was sich günstig auf Kurvenstabilität und Bremsverhalten auswirkt. Eine übermäßige Steifigkeit führt jedoch zu hohen Druckkonzentrationen an den Rändern der Aufstandsfläche, was den Profilverschleiß beschleunigen und zusätzliche Wärme erzeugen kann. Reifenentwickler nutzen die Finite-Elemente-Analyse (FEA) umfassend während des Entwicklungsprozesses, um diesen Kompromiss zu optimieren und die Kontaktmechanik neuer Notlaufreifen-Designs zu validieren, noch bevor physische Prototypen hergestellt werden.

Das dynamische Verhalten von Notlaufeinheiten bei Druckverlust unterscheidet sich ebenfalls erheblich vom Betrieb mit normalem Luftdruck. Die Dämpfungseigenschaften des Reifens ändern sich, und die Eigenfrequenz des Reifen-Felgen-Systems verschiebt sich in einer Weise, die Schwingungsmoden in der Fahrzeugaufhängung und der Karosseriestruktur anregen kann. Moderne Fahrzeuge, die für den Einsatz mit Notlaufeinheiten konzipiert wurden, weisen häufig eine angepasste Abstimmung der Aufhängung auf, um diese Veränderungen auszugleichen; diese systemübergreifende Fahrzeug-Reifen-Entwicklung ist ein integraler Bestandteil dafür, dass Notlaufeinheiten während des Fahrens mit Null-Druck eine akzeptable Fahrdynamik und Handhabung gewährleisten.

Felgenkompatibilität und konstruktive Aspekte der Felgenentwicklung

Die Technik der Notlaufeinrichtung bei Reifen ist untrennbar mit der Konstruktion der Felgen verbunden, auf denen sie montiert werden. Notlaufreifen erzeugen Lastpfade an der Felge, die sich grundsätzlich von denen herkömmlicher aufgepumpter Reifen unterscheiden. Bei einem normal aufgepumpten Reifen ist die Felge im Wesentlichen innerhalb der Luftspalte des Reifens „aufgehängt“ – die Drucklast wird durch den Luftdruck gleichmäßig über den gesamten Umfang des Reifens verteilt. Während des Null-Druck-Notlaufbetriebs erfolgt die Lastübertragung direkt über den lokalisierten Kontakt zwischen Felge und Stützkörper oder Seitenwand, wodurch sich konzentrierte Spannungen in den Bereichen der Felgenflanke und des Wulstsitzes ergeben.

Aus diesem Grund müssen Felgen, die für den Einsatz mit Notlaufeinrichtungen – insbesondere mit Stützring-Systemen – vorgesehen sind, mit erhöhter Materialfestigkeit sowie einer modifizierten Geometrie im Felgenbett und im Felgenhorn ausgelegt werden. Die Passung zwischen dem Innendurchmesser des Stützrings und dem Felgendurchmesser muss präzise sein, um sicherzustellen, dass der Ring bei Druckverlust korrekt einrastet und sich nicht seitlich verschiebt, was zu Beschädigungen der Felge oder der inneren Reifenoberfläche während eines längeren Betriebs mit Null-Druck führen könnte.

Diese enge technische Interdependenz zwischen Notlaufeinrichtungen und ihren Felgen ist einer der Gründe, warum das Austauschen von Notlaufreifen auf Standardfelgen – oder das Montieren von Standardreifen auf Felgen, die für Notlauf-Stützring-Systeme konzipiert sind – ohne vorherige technische Prüfung nicht empfehlenswert ist. Die Lastpfade und Spannungskonzentrationen unterscheiden sich in einem solchen Maße, dass nicht kompatible Kombinationen zu einer beschleunigten Felgenermüdung oder vorzeitigem Reifenschaden führen können, wodurch die Sicherheitsvorteile, die durch die Notlauftechnologie erzielt werden sollen, beeinträchtigt werden.

Prüfung, Validierung und Leistungsstandards für Notlaufreifen

Null-Druck-Dauerfestigkeits- und Geschwindigkeitsklassifizierungsprotokolle

Die mit Notlaufeigenschaften verbundenen Leistungsangaben werden durch strenge, standardisierte Prüfprotokolle validiert, die von internationalen Organisationen wie der European Tyre and Rim Technical Organisation und der Tire and Rim Association entwickelt wurden. Diese Protokolle definieren spezifische Prüfbedingungen – Last, Geschwindigkeit, Dauer und Fahrbahnoberfläche – unter denen ein Notlaufreifen seine Null-Druck-Belastbarkeit ohne strukturellen Ausfall nachweisen muss. Die Ergebnisse dieser Prüfungen bilden die Grundlage für die Angaben zur Null-Druck-Reichweite und -Geschwindigkeit, die in den Spezifikationen von Notlaufreifen enthalten sind.

Physikalische Tests umfassen das Montieren von Notlaufeinheiten auf speziell konstruierten Prüfständen, die ein kontinuierliches Fahren mit Null-Druck unter definierten Lasten und Geschwindigkeiten simulieren – häufig auf kreisförmigen Teststrecken, wo die Bedingungen präzise gesteuert und wiederholt werden können. Zu Beginn des Tests werden die Reifen typischerweise auf Null-Druck entlüftet und kontinuierlich gefahren, bis entweder die vorgegebene Strecke erreicht ist oder der Reifen festgelegte Ausfallkriterien aufweist, wie z. B. Profiltrennung, Seitenwanddelamination oder katastrophaler struktureller Zusammenbruch. Zur Bewertung des Wärmemanagements des Reifens während des Tests kommen Wärmebildaufnahmen und die Überwachung der Innentemperatur zum Einsatz.

Über Standard-Dauertests hinaus unterziehen sich Notlaufreifen für militärische oder ballistisch widerstandsfähige Anwendungen speziellen Prüfungen, zu denen die Simulation von Schussverletzungen, die Auswirkungen von Sprengstoffanschlägen (IEDs) in unmittelbarer Nähe sowie das Durchfahren extrem anspruchsvoller Gelände im Null-Druck-Zustand gehören. Diese anspruchsvolleren Validierungsprotokolle treiben die Technologie von Notlaufreifen bis an die Grenzen des Machbaren – sie erfordern ingenieurtechnische Lösungen, die gleichzeitig auf Erkenntnisse aus der Luft- und Raumfahrtmaterialforschung, dem militärischen Fahrzeugbau und der fortschrittlichen Polymerwissenschaft beruhen. Die in diesen Anwendungen verwendeten Stützringsysteme werden häufig vor ihrer Integration in die vollständige Reifen-Felgen-Einheit unabhängig auf Druckfestigkeit, Schlagzähigkeit und thermische Leistungsfähigkeit getestet.

Korrelation mit der realen Leistung und Feldvalidierung

Labor- und Streckentestergebnisse für Notlaufeinrichtungen müssen mit der realen Leistung korreliert werden, um sicherzustellen, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse in zuverlässige betriebliche Ergebnisse umgesetzt werden. Feldvalidierungsprogramme – durchgeführt von Fahrzeugherstellern, Flottenbetreibern und Verteidigungsbehörden – setzen Notlaufeinrichtungen der vollen Komplexität tatsächlicher Betriebsbedingungen aus, darunter wechselnde Fahrbahnoberflächen, Schwankungen der Umgebungstemperatur, kombinierte vertikale und laterale Lasten sowie das spezifische Fahrverhalten realer Fahrer, die möglicherweise nicht immer optimal auf Warnhinweise des Reifendruckkontrollsystems reagieren.

Feld-Daten zeigen durchgängig, dass das Fahrerverhalten nach einem Druckverlustereignis die Leistungsergebnisse von Notlaufeinrichtungen erheblich beeinflusst. Fahrer, die unmittelbar nach einer Reifenpannen-Warnung ihre Geschwindigkeit reduzieren und aggressive Fahrmanöver vermeiden, erreichen weitaus wahrscheinlicher einen Servicepunkt, ohne dass es zu sekundärem Reifenschaden kommt. Dieser menschliche Faktor ist der Grund dafür, dass Reifendruckkontrollsysteme in der Regel als Serienausstattung bei Fahrzeugen mit Notlaufeinrichtungen vorgeschrieben sind – die technische Funktionsweise des Reifens kann nur dann vollständig genutzt werden, wenn der Fahrer über genaue und zeitnahe Informationen zum Entlüftungsereignis verfügt.

Die Korrelation zwischen Labor-Testdaten und dem Einsatzverhalten vor Ort hat ebenfalls zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Konstruktion von Notlaufeinrichtungen beigetragen. Thermische Ausfallmodi, die bei Rückläufern aus dem Feld identifiziert wurden, führten zur Neuentwicklung der Seitenwandmischungen. Die bei Flotteinsätzen beobachteten Felgenschadensmuster führten zu aktualisierten Anforderungen an die Felgenspezifikation. Diese Rückkopplungsschleife zwischen realer Anwendung und der Entwicklung der Werkstoffwissenschaft ist ein entscheidender Grund dafür, dass moderne Notlaufreifen eine deutlich ausgereiftere und zuverlässigere Technologie darstellen als die ersten Generationen, die vor Jahrzehnten eingeführt wurden.

Häufig gestellte Fragen

Was macht Notlaufreifen strukturell robuster als Standardreifen?

Notlaufreifen sind unter Entlüftungsbedingungen vor allem aufgrund ihrer verstärkten Seitenwandkonstruktion oder ihrer internen Stützringsysteme robuster. Diese technischen Merkmale ermöglichen es dem Reifen, die Fahrzeuglast direkt über die Reifenstruktur zu übertragen, anstatt sich auf den Luftdruck zu verlassen. Die spezifischen Gummimischungen, die Kordmaterialien sowie die geometrische Gestaltung der Seitenwand oder des Stützkörpers sind sämtlich darauf optimiert, Lasten bei Null-Druck-Bedingungen über eine definierte Strecke und Geschwindigkeit zu tragen, wodurch sich Notlaufreifen in ihrer lasttragenden Funktionsweise grundsätzlich von herkömmlichen Reifen unterscheiden.

Wie weit kann ein Fahrzeug mit entlüfteten Notlaufreifen fahren?

Die meisten Notlaufreifen für Personenkraftwagen sind für eine Reichweite von etwa 80 Kilometern bei Geschwindigkeiten bis zu 80 Kilometern pro Stunde unter Null-Druck-Bedingungen zugelassen. Diese Reichweite hängt jedoch vom jeweiligen Reifendesign, der Fahrzeuglast, den Straßenverhältnissen und der Umgebungstemperatur ab. Militärische und hochsichere Fahrzeug-Notlaufreifen mit fortschrittlichen Stützringsystemen können je nach Spezifikationsanforderungen deutlich größere Reichweiten unter Null-Druck-Bedingungen bieten. Konsultieren Sie stets das technische Datenblatt des Reifens und beachten Sie die Anweisungen des Fahrzeugherstellers für Ihre konkrete Anwendung.

Können Notlaufreifen nach einer Beschädigung repariert werden?

Die Reparierbarkeit von Notlaufeinheiten nach einem Durchstich hängt davon ab, ob der Reifen bei Null-Druck gefahren wurde und wie lange dies der Fall war. Wenn der Druckverlust sofort bemerkt wurde und der Reifen nicht unter entlüfteten Bedingungen gefahren wurde, können geringfügige Durchstiche im Laufflächenbereich gemäß den gängigen branchenüblichen Richtlinien repariert werden. Wurde der Reifen jedoch selbst über eine kurze Strecke bei Null-Druck gefahren, kann es zu einer inneren Beschädigung der verstärkten Seitenwandstruktur kommen, die sich äußerlich möglicherweise nicht sichtbar macht, aber die strukturelle Integrität beeinträchtigt, die für eine zukünftige Null-Druck-Leistung erforderlich ist. In solchen Fällen wird in der Regel ein Austausch empfohlen.

Sind Notlaufeinheiten mit allen Felgen kompatibel?

Nein. Notlaufreifen – insbesondere solche mit internen Stützring-Systemen – erfordern Felgen, die speziell für den Einsatz mit ihnen konstruiert wurden. Die Felgengeometrie, die Flanschgestaltung und die Materialfestigkeit müssen mit den Lastpfaden und Spannungskonzentrationen kompatibel sein, die während des Betriebs bei Null-Druck auftreten. Das Montieren von Notlaufreifen auf Standardfelgen, die nicht für diesen Einsatz zugelassen sind, kann zu Felgenschäden oder Reifenversagen während eines Druckverlusts führen. Überprüfen Sie stets die Kompatibilität der Felgen mit der Spezifikation des Notlaufreifens vor der Montage und beachten Sie die vom Hersteller vorgegebenen Kombinationsanforderungen für Reifen und Felge.

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